Die Sonderschau „Renewables 24/7“ im Rahmen von The smarter E Europe stellt konkrete Anwendungen in den Mittelpunkt, die bereits heute zeigen, wie erneuerbare Energien zuverlässig, wirtschaftlich und kontinuierlich eingesetzt werden können.
Im Fokus stehen praxisnahe Projekte aus Industrie, Gewerbe, Wohnen und Mobilität, die durch reale Umsetzung und messbaren Impact überzeugen. Sowohl laufende als auch bereits abgeschlossene Anwendungen tragen dazu bei, ein umfassendes Bild aktueller Lösungen für eine durchgängige Energieversorgung zu vermitteln.
Ergänzend dazu empfiehlt sich ein Blick in die offizielle Begleitstudie der Sonderschau, die zentrale Erkenntnisse und weiterführende Analysen bündelt.
Wie der größte PEM-Elektrolyseur Deutschlands die chemische Industrie dekarbonisiert
Die BASF SE setzt am Stammwerk in Ludwigshafen einen historischen Meilenstein für die grüne Chemie. Mit der Inbetriebnahme des größten Protonenaustausch-Membran-Elektrolyseurs (PEM) Deutschlands startete der Konzern die großtechnische Erzeugung von CO₂-freiem Wasserstoff. Das visionäre Projekt „Hy4Chem“ bettet die neue Megawatt-Anlage direkt in die bestehende Verbundstruktur ein und schafft das technologische Fundament für nachhaltige Produkte mit drastisch reduziertem CO₂-Fußabdruck.
| Status | In Betrieb |
| Laufzeit | Start der ersten Arbeiten Mitte 2022, Inbetriebnahme März 2025 |
| Standort | Ludwigshafen am Rhein, Rheinland-Pfalz, Deutschland |
| Unternehmen / Partner | BASF SE, Siemens Energy |
| Mehr Informationen: | Decarbonizing the chemical industry with PEM electrolysis |
Herausforderung
Wasserstoff ist einer der bedeutendsten chemischen Ausgangsstoffe am BASF-Stammwerk und wird unter anderem für die Herstellung von Ammoniak, Methanol oder Vitaminen benötigt. Bislang wird dieser Rohstoff in Ludwigshafen vorrangig mittels der erdgasbasierten, CO₂-intensiven Dampfreformierung produziert. Die chemische Industrie steht vor der gewaltigen Herausforderung, diese fossilen Abhängigkeiten aufzubrechen und die Transformation zu treibhausgasneutralen Produktionsketten zu vollziehen, ohne die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu gefährden.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt „Hy4Chem“ setzt starke Impulse für den industriellen Wasserstoffhochlauf in Europa und liefert den Praxisbeweis für die Dekarbonisierung der energieintensiven Industrie. Die Anlage besitzt das Potenzial, die Treibhausgasemissionen am Stammwerk Ludwigshafen um bis zu 72.000 Tonnen pro Jahr zu senken. Finanziert durch ein zukunftsweisendes Investitionsmodell – gefördert mit bis zu 124,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz sowie das Land Rheinland-Pfalz, ergänzt durch eine Eigeninvestition der BASF von rund 25 Millionen Euro – demonstriert das Vorhaben, dass der ambitionierte Weg zur Klimaneutralität und die Sicherung europäischer Industriearbeitsplätze Hand in Hand gehen können.
Intelligentes Prognosemodelle sichert die Netzstabilität durch flexiblen Speicher
Mit dem Großbatteriespeicher in Bollingstedt setzt ECO STOR neue Maßstäbe für die Integration erneuerbarer Energien in das Stromsystem. Die Kombination aus hoher Speicherleistung und einem innovativen, prognosebasierten Steuerungsansatz ermöglicht eine netzdienliche, flexible und wirtschaftliche Nutzung von Wind- und Solarstrom.
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | April 2024 – Juni 2025 (Inbetriebnahme) |
| Standort | Bollingstedt, Schleswig-Holstein, Deutschland |
| Unternehmen / Partner | ECO STOR GmbH, epw GmbH |
| Mehr Informationen: |
Herausforderung
Der Anteil erneuerbarer Energien im deutschen Stromnetz liegt inzwischen bei über 60%. Für eine weitere Erhöhung braucht es Flexibilitäten und insbesondere Batteriespeicher, um die hohe Volatilität von Solar- und Windenergie auszugleichen. Die Einbindung leistungsfähiger Speicher stellt die Netzbetreiber jedoch vor erhebliche Herausforderungen. Vor allem große Laständerungen bringen die Netze an ihre Leistungsgrenzen. Wegen fehlender Prognosedaten der Netzbelastung können außerdem freie Kapazitäten im Netz nicht identifiziert und für den Speicherbetrieb freigegeben werden.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Flexibilität für das Verteilnetz
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Spatenstich Juni 2026 |
| Standort | Wutzeldorf, Bayern |
| Unternehmen / Partner | MaxSolar GmbH; Bayernwerk Netz; Technologie: Sungrow PowerTitan 2.0 |
Herausforderung
Hohe lokale PV-Einspeisung kann im Verteilnetz zu Engpässen führen, während in Zeiten hoher Last zusätzliche Flexibilität benötigt wird. Klassischer Netzausbau ist dafür nicht immer die schnellste oder kosteneffizienteste Lösung. Das Projekt beantwortet die Frage, wie ein Batteriespeicher regulatorisch sauber, netzdienlich und wirtschaftlich so eingesetzt werden kann, dass erneuerbare Energie besser integriert und Abregelung reduziert wird.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt zeigt, wie Batteriespeicher als Puffer zwischen erneuerbarer Erzeugung und Verbrauch eingesetzt werden können. Durch die Aufnahme lokaler PV-Überschüsse und die Entladung in Lastspitzen wird Flexibilität direkt vor Ort bereitgestellt. Dadurch können Engpässe reduziert, Redispatch-Eingriffe verringert und zusätzliche erneuerbare Erzeugung besser integriert werden. Gleichzeitig liefert das Projekt eine übertragbare Blaupause dafür, wie netzdienliche Speicher im Verteilnetz beschafft, technisch integriert und wirtschaftlich gegenüber alternativen Maßnahmen bewertet werden können.
Wie eine smarte Industrie-Eigenversorgung Lastspitzen kappt und Energiekosten senkt
Mit dem erfolgreich abgeschlossenen Energieprojekt in Hallenberg demonstrieren die WEMA Erneuerbare Energien GmbH und trawa, wie sich stromintensive Industriebetriebe zukunftssicher aufstellen. Durch das intelligente Zusammenspiel einer 1,8 MWp PV-Freiflächenanlage und eines 1 MWh Containerspeichers sichert sich das Unternehmen Siepe GmbH & Co. KG eine hocheffiziente Eigenversorgung und schützt sich effektiv vor unkalkulierbaren Marktrisiken.
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | August 2024 (Bau PV) bis Januar 2026 (Inbetriebnahme des Gesamtsystems) |
| Standort | Hallenberg, Nordrhein-Westfalen |
| Unternehmen | WEMA Erneuerbare Energien GmbH, trawa – Future Energy Services GmbH, Siepe GmbH & Co. KG (Kunde) |
Herausforderung
Der Industriestandort der Siepe GmbH & Co. KG weist mit einem Jahresverbrauch von über 800.000 kWh einen enormen Energiebedarf auf. Angesichts dauerhaft hoher Energiekosten und der wirtschaftlichen Belastung durch teure Lastspitzen am Netzanschluss suchte das Unternehmen nach einer nachhaltigen Lösung. Eine zusätzliche Hürde stellten die veränderten Marktbedingungen dar: Bei temporär negativen Strompreisen drohten ungenutzte Erzeugungsüberschüsse der Solaranlage ohne jegliche Vergütung zu verpuffen.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Best-Practice-Projekt beweist eindrucksvoll, wie die industrielle Energiewende im Mittelstand wirtschaftlich und autark gelingt. Die exakte Abstimmung von Erzeugung und Speicher führt zu einem messbaren, bahnbrechenden Erfolg: Seit der Inbetriebnahme Anfang 2026 konnte für den Standort eine Energieautarkie von über 75 % realisiert werden (Stand: Mai 2026). Das Projekt liefert eine klare Blaupause für produzierende Unternehmen, wie sich durch maßgeschneiderte Sektorenkopplung die Abhängigkeit vom Stromnetz radikal reduzieren und die eigene Wettbewerbsfähigkeit langfristig sichern lässt.
Standardisierung von 100MW+ Solarprojekten
Im Rahmen einer strategischen Zusammenarbeit nutzt RWE die Software PVcase Ground Mount zur Planung ihrer weltweiten Utility-Scale-Solarpipeline. Durch die Digitalisierung und Automatisierung der Layout-Prozesse werden Planungsrisiken bei Großprojekten ab 100 MW minimiert und die Genauigkeit von Ertrags- und Kostenschätzungen in frühen Projektphasen erhöht.
| Status | Laufend |
| Standort | weltweit |
| Unternehmen | RWE, PVcase |
Herausforderung
Bei Solarprojekten mit einer Leistung von über 100 MW stoßen herkömmliche Designtools aufgrund der großen Datenmengen und der Komplexität an ihre Grenzen. Typische Probleme in der frühen Planungsphase sind:
Lösung
Innovationsfaktor
Das System verarbeitet Datenmengen von Projekten der 100MW+-Klasse in einer zusammenhängenden Software-Umgebung. Es ermöglicht den unmittelbaren Austausch von Komponenten-Herstellern (Tracker/Module) bei gleichzeitiger, automatischer Neugenerierung des Gesamtlayouts.
Impakt & Learnings
RWE bildet die Freiflächen-Solarpipeline vollständig über die Software ab. Zu den messbaren Ergebnissen gehören:
Siemens vollendet wegweisendes Reallabor für Inselflexibilität auf den Azoren
Auf der Azoreninsel Terceira transformiert ein intelligentes Energiesystem die Stromversorgung. Durch das Zusammenspiel von Software aus dem Siemens Xcelerator Portfolio und einem 15-MW-Batteriespeicher wird der Anteil erneuerbarer Energien massiv gesteigert sowie die Flexibilität und Resilienz des isolierten Netzes optimiert.
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Studien- und Vorbereitungsphase seit 2018, Projektabschluss erfolgt |
| Standort | Insel Terceira, Azoren (Portugal) |
| Unternehmen | Siemens Smart Infrastructure (in Partnerschaft mit Fluence), EDA – Electricidade dos Açores |
Herausforderung
In isolierten, autonomen Inselsystemen führt der steigende Anteil stark fluktuierender erneuerbarer Energien wie Wind und Solar zu massiven Balanceproblemen zwischen Erzeugung und Verbrauch. Traditionell sichern dort fossile Dieselgeneratoren als rotierende Reserve die Netzfrequenz und Spannungsqualität ab. Um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu senken und CO₂-Emissionen einzusparen, müssen diese stabilisierenden Systemdienstleistungen verlässlich durch digitale Steuerung und Speicher abgelöst werden.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt bricht die Abhängigkeit autarker Netze von fossilen Energieträgern auf und beweist, dass Software- und Speicherkompetenz die Volatilität von Wind- und Solarkraft vollständig kompensieren können. Terceira spart dadurch jährlich über 3.600 Tonnen CO₂ ein. Das Reallabor zeigt, dass eine Erhöhung des Ökostromanteils auf bis zu 50 Prozent in isolierten Systemen technisch absolut sicher, wirtschaftlich tragfähig und netzbetriebskonform realisierbar ist.
Förderfreier Solarstrom für Industrie und Region
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Baubeginn Oktober 2024; Netzanschlussphase 2025/2026 |
| Standort | Halenbeck-Rohlsdorf, Brandenburg |
| Unternehmen | Solarkraftwerk Halenbeck-Rohlsdorf I/II GmbH; pvx Energy GmbH; Shell; DKB; DAL/Sparkassen-Gruppe |
Herausforderung
Förderfreie PV-Großanlagen müssen langfristig wirtschaftlich abgesichert, netzseitig integriert und für industrielle Abnehmer planbar nutzbar werden. Gleichzeitig braucht ein Projekt dieser Größenordnung Akzeptanz vor Ort, sichtbare kommunale Vorteile und einen belastbaren Naturschutzansatz.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Förderfreie Solarstromerzeugung wird mit industrieller XXL-Abnahme und erneuerbarer Wasserstoffproduktion gekoppelt. Das Projekt verbindet PPA-Finanzierung, Bürgerstrom, Bürgerbeteiligung und Speicheroptionen in einem skalierbaren Modell. Die Biodiversitätsgestaltung mit zehn Kilometer langer Hecke und internem Ausgleich schafft ökologische Wirkung direkt am Standort.
Netzstabilisierung durch netzbildende Batteriespeicher
Systemrelevante Pilotprojekte: Ein 55-Megawattstunden-Batteriespeicherpark in Föhren wird zur Blaupause für die Anwendung der netzbildenden Technologie mit netzbildenden Wechselrichtern. Im Speicherpark sowie im Multi-Megawatt-Labor werden die Grundlagen für einen flächendeckenden Einsatz der Technologie zur Systemstabilität im Verteilnetz erforscht und getestet.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Juli 2024 – Juni 2028 |
| Standort | Batteriespeicherpark: Föhren, Deutschland – Labor Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE Freiburg, Deutschland |
| Unternehmen | Westnetz, Schoenergie, Fraunhofer ISE, Universität Stuttgart |
Herausforderung
Frequenz und Spannung im Stromnetz müssen zukünftig von erneuerbaren Energien und Batteriespeichern stabilisiert werden anstatt von den Schwungmassen konventioneller Kraftwerke. Dafür kommen netzbildende Wechselrichter zum Einsatz. Für den standardisierten Einsatz dieser Technologie sind Feldversuche im Verteilnetz entscheidend für eine flächendeckende Einführung.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt etabliert wichtige Grundlagen auf forschungs- und praxistechnischer Ebene für den flächendeckenden Einsatz von Batteriespeichern mit netzbildenden Wechselrichtern zur Netzstabilisierung. Dabei liefert es wichtige Erkenntnisse für Netzbetreiber und die Anwendung im Verteilnetz und zeigt die Interoperabilität mit anderen Anlagen (PV-Parks, Lasten etc.)
Sektoren-Allianz für maximale Netzdienlichkeit im industriellen Maßstab
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Baubeginn Januar 2025 |
| Standort | Zerbst, Sachsen-Anhalt |
| Unternehmen | Statkraft, SUNOTEC |
Herausforderung
Die Integration von PV-Großanlagen in das Stromnetz scheitert oft an der Volatilität der Erzeugung und fehlender Flexibilität. Bei Großprojekten entstehen zudem erhebliche Schnittstellenrisiken zwischen Engineering, Komponentenlieferung und Bau. Gleichzeitig gilt es, brachliegende Industrie- und Konversionsflächen – wie eine 41 Hektar große, ehemalige Kiesgrube – bautechnisch und ökologisch so zu transformieren, dass erneuerbare Energieerzeugung, strenger Artenschutz und Flächennutzungsauflagen Hand in Hand gehen.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Hybridkraftwerk Zerbst setzt neue Maßstäbe für die netzdienliche Transformation von industriellen Konversionsflächen. Mit einer Jahreserzeugung von rund 50.000 MWh können rechnerisch 14.000 Haushalte mit grünem Strom versorgt werden, was zu einer jährlichen CO₂-Einsparung von ca. 32.000 Tonnen führt. Das wichtigste Learning: Der Schlüssel zur erfolgreichen Energiewende im industriellen Maßstab liegt in der Reduzierung von Projektkomplexität durch integriertes Engineering sowie in der Aufwertung von Brachflächen zu Biodiversitäts-Hotspots. Technische Spitzenleistung und ökologische Verantwortung schließen sich bei Großprojekten nicht aus, sondern bedingen einander.
In Bulgarien koppelt Electrohold Trade gemeinsam mit The Mobility House Energy Solarparks und Batteriespeicher nach dem Co-Location-Prinzip. Die Anlagen werden über eine moderne Handelsplattform intelligent optimiert. Bereits in der ersten Ausbauphase werden Systeme mit einer Kapazität von rund 2,9 GWh integriert.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Beginn 2025 |
| Standort | The Mobility House Energy: München / Bayern – Elecrohold Trade: Sofia / Bulgarien |
| Unternehmen / Partner | The Mobility House Energy / Electrohold Trad |
Herausforderung
Volatile Solarstrom-Erzeugung und begrenzte Netzflexibilität: Durch die direkte Kopplung von Solarpark und Batteriespeicher wird überschüssige Energie lokal gespeichert, netzdienlich zu einem späteren Zeitpunkt eingespeist und somit die Netzstabilität erhöht. Angebot und Nachfrage werden durch fortschrittliche Aggregations- und Trading-Software optimal ausbalanciert und Erträge dadurch optimiert.
Lösung
Umsetzung eines Co-Location-Systems aus Solarpark und Großbatteriespeicher: Das Projekt kombiniert erneuerbare Erzeugung mit Speicherkapazität an einem Standort, um Solarstrom flexibel zu speichern und bedarfsgerecht ins Netz bzw. in den Markt zu bringen.
Einbindung einer intelligenten Handels- und Optimierungsplattform: Der Batteriespeicher wird nicht nur physisch integriert, sondern auch softwareseitig so gesteuert, dass Lade-/Entladevorgänge marktorientiert und netzdienlich erfolgen.
Operative Grundlage für wirtschaftlichen Speicherbetrieb im Energiemarkt: Durch die Verbindung von Asset, Steuerung und Vermarktung wurde ein skalierbares Betriebsmodell geschaffen, das sowohl technische als auch kommerzielle Anforderungen erfüllt.
Innovationsfaktor
Ganzheitlicher Co-Location-Ansatz: Besonders ist die enge Verzahnung von Solarerzeugung, Batteriespeicher und algorithmischer Vermarktung in einem integrierten Gesamtsystem statt isolierter Einzelkomponenten.
Mehrwert durch intelligente Flexibilitätsnutzung: Der Speicher dient nicht nur zur Zwischenspeicherung, sondern wird aktiv zur Optimierung von Energieflüssen, Marktchancen und Netzverträglichkeit eingesetzt.
Übertragbares Modell für die Energiewende in Europa: Das Projekt zeigt, wie sich große Speicherlösungen wirtschaftlich und skalierbar in Energiemärkten etablieren lassen.
Zum Einsatz kommt die Aggregations- und Trading-Software von The Mobility House Energy. Die Software ist darauf spezialisiert, verschiedene Batterietechnologien, Echtzeit-Daten und Marktdynamiken zu bündeln und zu optimieren. Die Energieanlagen werden damit nicht mehr traditionell über fixe Einspeisevergütungen betrieben. Stattdessen ermöglicht die Plattform fortgeschrittenes Flexibilitäts-Trading: Energie wird dynamisch gehandelt, Angebot und Nachfrage werden optimal ausbalanciert. Algorithmen sorgen dafür, dass Erträge maximiert und Systemdienstleistungen für das Stromnetz bereitgestellt werden.
Impakt & Learnings
Leuchtturmprojekt mit europäischer Relevanz: Das Projekt zählt mit einer Gesamtkapazität von 2,9 GWh zu den größten Co-Location-Anwendungen dieser Art in Europa und zeigt, dass großskalige Batteriespeicher erfolgreich mit erneuerbarer Erzeugung kombiniert und wirtschaftlich betrieben werden können. Das Projekt liefert wertvolle Erkenntnisse für künftige Großspeicherprojekte – insbesondere zu Systemintegration, Flexibilitätsvermarktung (FCR, aFRR, Day-Ahead, Intraday und Imbalance Markets) und Skalierbarkeit in europäischen Strommärkten.
Wie intelligente Systemvernetzung den Wellnessbetrieb autark macht
Mit der grundlegenden Modernisierung ihrer Energieversorgung realisiert die Therme Bad Wörishofen ein zukunftsweisendes Modell für den nachhaltigen Wellnessbetrieb. Das Projekt verbindet eine großflächige Photovoltaik-Parkplatzüberdachung, industrielle Großspeicher und eine intelligente Sektorenkopplung zu einem vernetzten Gesamtsystem für maximale Autarkie und Wirtschaftlichkeit.
| Status | Abgeschlossen; Erweiterung geplant |
| Laufzeit | |
| Standort | Bad Wörishofen, Deutschland |
| Unternehmen / Partner | FENECON, Therme Bad Wörishofen, Timeless Planet |
Herausforderung
Ein moderner Wellnessbetrieb wie die Therme Bad Wörishofen ist von Natur aus extrem energieintensiv. Angesichts schwankender Energiemärkte und steigender ökologischer Anforderungen stand das Unternehmen vor der Aufgabe, eine langfristig wirtschaftliche und krisenfeste Energieversorgung aufzubauen. Gesucht wurde eine Lösung, die dezentrale Erzeugung vor Ort maximiert, den externen Netzbezug senkt und die Erzeuger- und Verbraucherkomponenten im täglichen Betrieb intelligent miteinander vernetzt.
Lösung
Im Rahmen des Projekts wurde die bestehende Infrastruktur zu einem intelligenten, weitgehend autarken Energiesystem umgebaut. Das Herzstück bildet eine Photovoltaik-Anlage mit einer Leistung von 1,34 Megawatt (MW), die als großflächige Parkplatzüberdachung installiert wurde. Um den Solarstrom bedarfsgerecht zwischenzuspeichern und Erzeugungsspitzen abzufangen, wurden drei industrielle Großspeicher mit einer Gesamtkapazität von 3.864 kWh integriert. Eine eigene neue Trafostation sichert die reibungslose Systemvernetzung. Ergänzt wird die Anlage durch 28 E-Ladepunkte auf dem Gelände. Während Blockheizkraftwerke und Heizkessel die thermische Basis sichern, ist das Gesamtsystem bereits flexibel auf die perspektivische Integration einer Großwärmepumpe ausgelegt.
Innovationsfaktor
Das Projekt demonstriert erstmalig in dieser Größenordnung im Großgewerbe, wie ein energieintensiver Freizeitbetrieb an sonnigen Tagen eine vollständige energetische Eigenversorgung realisieren kann. Bei vollem Sonnenschein erreicht die Stromproduktion bis zu 180 % des eigentlichen Gesamtbedarfs. Die Therme entwickelt sich damit vom klassischen Verbraucher hin zu einem intelligent gesteuerten Smart-Grid-Akteur, der dezentrale Erzeugung, industrielle Speicherkapazität und E-Mobilität sektorenübergreifend verzahnt.
Impakt & Learnings
Das Vorhaben optimiert die Eigenverbrauchsquote der Therme Bad Wörishofen und senkt den externen Netzbezug drastisch, was die Wirtschaftlichkeit und langfristige Kostenkalkulierbarkeit des Betriebs erheblich steigert. Das Projekt gilt als europäische Blaupause für den Tourismus- und Dienstleistungssektor: Es zeigt, dass Klimaschutz und Standortsicherung Hand in Hand gehen können und wie bereits versiegelte Infrastrukturflächen (wie Parkplätze) durch konsequente Systemvernetzung zur tragenden Säule einer zukunftssicheren Energieversorgung werden.
Sektorenkopplung über integrierte Kompaktstationen
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Juni 2025 bis Januar 2026 |
| Standort | Hamburg |
| Unternehmen / Partner | FEAG GmbH; Drei Tau GmbH |
Herausforderung
Die Verbindung von großflächiger dezentraler Erzeugung und moderner Mobilitätsinfrastruktur stellt hohe Anforderungen an die Netzanschlusstechnik. Beim FEAG Energy Hub galt es, eine PV-Dachanlage mit einer Leistung von über 2.000 kWp, eine umfangreiche Ladeinfrastruktur für PKW und LKW sowie den regulären Netzbezug der Gewerbefläche in ein stabiles Gesamtsystem zu integrieren. Die Kernherausforderungen lagen in der physischen Zusammenführung dieser diversen Anlagenteile innerhalb einer kompakten Stationslösung. Zudem mussten ein komplexes Schutzkonzept zur Sicherung der Versorgungssicherheit, eine präzise EZA-Regelungstechnik samt Lastmanagement, ein übergeordnetes Energiemanagementsystem sowie eine zuverlässige Kommunikationsanbindung an die Leitstelle des regionalen Energieversorgers prozesssicher umgesetzt werden.
Lösung
Impakt & Learnings
Der Energy Hub Hamburg liefert ein Praxismodell für die urbane Energiewende und den gewerblichen Netzausbau. Durch die zentrale Zusammenführung aller Anwendungen in einer Station werden die Betriebskosten massiv gesenkt und die Gesamteffizienz der Energieflüsse signifikant gesteigert. Das flexible, modulare Baukastensystem der FEAG-Kompaktstation garantiert zudem eine zukunftssichere Skalierbarkeit: Zukünftige Erweiterungen der Ladeinfrastruktur oder zusätzliche Energiequellen lassen sich ohne tiefgreifende Eingriffe in die bestehende Infrastruktur unkompliziert realisieren.
In Polen nimmt die PV-Großanlage Zwartowo seit 2026 am Regelenergiemarkt teil. Dafür stellt sie durch innovative Lösungen in der Wirkleistungsregelung sowie Daten- und Prognosetools zuverlässig Regelenergie bereit. Damit zeigt das Projekt: Die Solarenergie kann Systemverantwortung übernehmen und Netzstabilität gewährleisten.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Beginn 2026 (PV-Anlage seit 2022 am Netz) |
| Standort | Zwartowo, Polen |
| Unternehmen / Partner | Goldbeck Solar |
Herausforderung
In Energiesystemen mit zunehmenden Anteilen erneuerbarer Energien entfallen die Synchrongeneratoren fossiler Kraftwerke in ihrer Funktion, das Netz stabil zu halten. Ausgleichsleistungen zur Netzstabilisierung müssen künftig von erneuerbaren Erzeugern übernommen werden. Durch Optimierung des PV-Anlagenbetriebs kann zuverlässig Regelenergie bereitgestellt werden.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt widerlegt die traditionelle Sichtweise auf Solarenergie als unzuverlässige Energiequelle und zeigt, dass die erneuerbaren Energien Netzstabilität unterstützen und gewährleisten können. Zwartowo gibt einen Ausblick auf ein System, das vollständig durch Erneuerbare gespeist werden kann: Relevante Systemdienstleistungen können wirtschaftlich rentabel durch Solarenergie bereitgestellt werden.
Smarte Hybrid-Lösung für maximale Autarkie
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Projektstart Juli 2025; Inbetriebnahme November 2025 |
| Standort | Ilshofen, Eckartshausen | Baden-Württemberg |
| Unternehmen / Partner | MAW Metallbau- Anlagenbau- Werkstätten GmbH, ingenia projects GmbH & Co. KG, HUAWEI TECHNOLOGIES Deutschland GmbH, meteo control GmbH |
Herausforderung
Gewerbebetriebe mit hohem Energiebedarf stehen vor der Herausforderung, ihre Energiekosten nachhaltig zu senken und gleichzeitig einen maximalen Grad an lokaler Energieautarkie zu erreichen. Beim Metall- und Anlagenbauer MAW Eckartshausen galt es, eine neue Infrastruktur aus Eigenerzeugung und Speicherung effizient zu vernetzen. Das Projekt erforderte zwingend einen VDE-zertifizierten Hybrid-Power-Controller, um sowohl die Eigenverbrauchsoptimierung als auch eine sichere Überschusseinspeisung im Rahmen der Direktvermarktung regelungskonform zu gewährleisten. Die technische Komplexität des Gesamtsystems sowie die Koordination zahlreicher beteiligter Parteien im Projektmanagement bildeten dabei die zentralen Hürden bei der Realisierung.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Sektoren-Hybrid-Modell liefert im realen Gewerbebetrieb herausragende Resultate: Seit der Inbetriebnahme konnten bereits knapp 13 MWh sauberer Solarstrom flexibel aus der Batterie zwischengespeichert und bedarfsgerecht genutzt werden. Dadurch sank der externe Strombezug aus dem öffentlichen Netz um gut ein Viertel auf nur noch 37 MWh. Das Projekt demonstriert, wie die Standardisierung von Steuerungskomponenten komplexe Systeme auch für den industriellen Mittelstand einfach beherrschbar macht, Energiekosten signifikant senkt und den Weg zu einer rentablen, dezentralen Energieautarkie ebnet.
Intelligente KI-Steuerung senkt Energiekosten um bis zu 30 %
Vor dem Einsatz von flexOn fehlte dem Kühllogistiker Peter Bade GmbH der detaillierte Einblick in die vielen einzelnen Energieflüsse. Die intelligente Plattform von encentive vernetzt und steuert nun Kälteanlage, Wärmepumpe und PV-Anlagen automatisiert. Durch Peak Shaving und die Nutzung günstiger Strompreise am Spotmarkt sinken die Kosten deutlich.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Seit Juni 2022 |
| Standort | Neumünster, Schleswig-Holstein |
| Unternehmen | encentive GmbH, Peter Bade GmbH |
Herausforderung
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Die Einsparungen bei Energieverbrauch und -kosten sowie die Reduktion der CO₂-Emissionen sind signifikant.
Einsparung im Betrachtungsjahr:
Das Projekt zeigt, dass intelligente Steuerungssysteme eine zentrale Rolle dabei spielen können, den Gewerbesektor zu dekarbonisieren und seine Effizienz zu steigern. Es wird deutlich, dass der größte Hebel nicht allein in neuer Infrastruktur liegt, sondern in der intelligenten Nutzung und Vernetzung bestehender Systeme.
Wessels Logistik setzt auf PV, Speicher und Conev
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Projektstart Juni 2025; Start der Optimierungsphase Dezember 2025 |
| Standort | Rhede, Nordrhein-Westfalen |
| Unternehmen | August Wessels GmbH (Wessels Logistik); coneva GmbH |
Herausforderung
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt erbringt den Praxisbeweis, dass der Aufbau leistungsstarker E-Flotten auch bei unzureichendem Netzanschluss ohne teure und langwierige Netzausbaumaßnahmen sofort realisierbar ist. Der messbare Erfolg spiegelt sich in einer Reduktion der Netzentgelte um bis zu 80 Prozent durch die erfolgreiche Umsetzung der atypischen Netznutzung wider. Parallel dazu konnten die reinen Strombezugskosten durch die dynamische Steuerung und die Ausnutzung flexibler Marktpreise um bis zu 30 Prozent gesenkt werden. Wessels Logistik demonstriert damit ein hochgradig skalierbares Modell für die kosteneffiziente Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs im gewerblichen Mittelstand.
Eine Gemeinde und ihre Bürger profitieren von einem integrierten erneuerbaren Energiesystem
Die Energiewendegemeinde Bosbüll zeigt, wie ländliche Regionen die Energiewende selbst gestalten können: Mit Solar- und Windparks, Nahwärmenetz und Wasserstoffproduktion hat die Gemeinde ein integriertes Energiesystem geschaffen, das lokale Erzeugung intelligent nutzt und die Bürger finanziell daran beteiligt.
| Status | Laufende Erweiterungen |
| Laufzeit | Seit 2012 |
| Standort | Bosbüll, Schleswig-Holstein, Deutschland |
| Unternehmen / Partner | GP JOULE, Bosbüll Energie GmbH |
Herausforderung
Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energien im ländlichen Raum stellt die lokalen Netze vor Herausforderungen. Diese sind oft wenig ausgebaut, zugleich fehlt es an großen Abnehmern. Ziel in Bosbüll war deshalb eine Lösung, die den dort produzierten Strom sinnvoll vor Ort nutzt und die lokale Wertschöpfung stärkt. Um Akzeptanz zu schaffen, wurden die Bürger frühzeitig eingebunden – und profitieren spürbar von den Einnahmen.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Sektorenkopplung und Fassaden-PV für maximale Eigenheimportabilität
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Bestehendes PV-System seit 2010; Erweiterung durch Batteriespeicher und Wechselrichter in Q1/2026 |
| Standort | Stephansposching, Bayern |
| Unternehmen / Partner | Prolux Solutions (c/o Kermi GmbH); Nopper Solar |
Herausforderung
Ein bestehendes, mit 9,88 kWp für ein Zweifamilienhaus inklusive E-Auto eher knapp bemessenes Dach-PV-System soll so optimiert werden, dass ganzjährig ein Autarkiegrad von 87 % erreicht und eine verlässliche Notstromversorgung gesichert wird. Die Herausforderung liegt darin, Ertragsspitzen intelligent zu glätten, den hohen Energiebedarf der Elektromobilität ohne Netzbezug zu decken und die typische winterliche Erzeugungsschwäche sowie den abendlichen Verbrauchs-Peak zu überbrücken.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt demonstriert den enormen Hebel von intelligentem Speichermanagement und sektorenübergreifender Optimierung im privaten Wohnbau. Durch die Transformation wird der Eigenverbrauch von ehemals 879 kWh auf prognostizierte 3.932 kWh pro Jahr mehr als vervierfacht. Das Ergebnis ist ein massiver Sprung des Autarkiegrades von mageren 9,39 % (IST-Zustand vor Speicher-Erweiterung) auf das ambitionierte Ziel von 87 %. Das wichtigste Learning: Ein klug dimensionierter Speicher im Zusammenspiel mit einer intelligent gesteuerten Wallbox und komplementären Ausrichtungen der PV-Module (Dach + Fassade) macht auch vermeintlich kleine Altanlagen fit für die vollständige, regenerative Eigenversorgung von Wohnen und Mobilität.
Urbaner Campus als Blueprint für Net Zero
Gemeinsam mit Siemens transformiert die University of East London (UEL) ihre Standorte in intelligente, CO₂-neutrale Areale. Das Projekt kombiniert radikale Dekarbonisierung mit der Ausbildung der nächsten Generation von Nachhaltigkeitsexperten. Bereits im ersten Jahr wurden 470 Tonnen CO₂ eingespart und die Energiekosten massiv gesenkt.
| Status | In Umsetzung |
| Laufzeit | Start 2021 – Ziel Net Zero 2030 |
| Standort | London (Docklands & Stratford), UK |
| Unternehmen / Partner | University of East London (UEL), Siemens |
Herausforderung
Die UEL steht vor einer besonderen urbanen Herausforderung: Eingebettet im Herzen Ost Londons, flankiert von der Themse und dem London City Airport, bietet der Campus kaum Platz für neue Grünflächen. Die Net-Zero-Strategie musste daher innovative Wege finden, um auf begrenztem Raum signifikante Emissionssenkungen zu erzielen und gleichzeitig den akademischen Betrieb in ein „Reallabor“ zu verwandeln.
Lösung
Innovationsfaktor
Der ganzheitliche Ansatz macht den Unterschied: Siemens integriert Nachhaltigkeit direkt in den Lehrplan. Das „Living Lab“ nutzt reale Betriebsdaten der Gebäude für die akademische Forschung. Damit ist der Campus nicht nur ein Ort des Lernens, sondern selbst ein aktives Versuchsfeld für die urbane Energiewende, das technologische Lösungen mit der Förderung von „Green Talents“ verknüpft.
Impakt & Learnings
Innerhalb kürzester Zeit wurde eine Reduktion der CO₂-Emissionen um 10 % (ca. 470 Tonnen im ersten Jahr) erreicht. Das langfristige Ziel ist eine jährliche Einsparung von 4.500 Tonnen CO₂ und eine Reduktion der Energiekosten um über 500.000 £ pro Jahr. Das Projekt beweist, dass auch urbane Bildungseinrichtungen ohne Expansionsflächen durch smarte Technologie und Partnerschaften eine Vorreiterrolle in der Dekarbonisierung einnehmen können.
Das Projekt BiFlex-Industrie bindet Fahrzeugflotten und Pendlerfahrzeuge per bidirektionalem Laden als Speicher in die Energieversorgung von Unternehmen ein. An sieben Standorten mit rund 40 Fahrzeugen werden rückspeisefähige Ladesysteme, standardisierte Schnittstellen und tragfähige Geschäftsmodelle für die Praxis erprobt.
Gefördert durch die Bundesrepublik Deutschland, Zuwendungsgeber: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie. FKz: 01MV23020
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Oktober 2023 – September 2026 |
| Standort | 7 Standorte in Deutschland |
| Unternehmen / Partner |
|
Herausforderung
Fahrzeugbatterien sind ideal für den Lastausgleich im Stromnetz, doch marktreife Lösungen für bidirektionales Laden fehlen. Die Hürden sind komplex: Es mangelt an serienreifen Ladesystemen und der Software-Integration von Infrastruktur und Datenplattformen. Zudem erschweren fehlende Standards sowie starre regulatorische Rahmen den realen Betrieb.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Der Innovationsfaktor liegt im Wandel von der Insellösung zum ganzheitlichen „Flottenkraftwerk“. Das Projekt führt erstmals offene Standards, softwareseitige Systemintegration und reale Geschäftsmodelle im industriellen Umfeld zusammen. So entsteht die Blaupause für die großflächige, marktreife Integration mobiler Speicher in das Stromnetz.
Ein neues, skalierbares Energie-Ökosystem versorgt den Standort und seine Lkw-Ladeinfrastruktur nachhaltig mit Energie. Herzstück sind eine 1.015 kWp PV-Anlage und ein 510 kWh Batteriespeicher. Vier 150 kW DC-Ladesäulen laden E-Nutzfahrzeuge. Ein KI-gestütztes Energiemanagement optimiert den Betrieb im laufenden Geschäft.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Dezember 2025, 5-6 Monate |
| Standort | Vilshofen, Bayern, Deutschland |
| Unternehmen / Partner | Energy Partners GmbH, MaxSolar GmbH, Paul Nutzfahrzeuge, Sungrow |
Herausforderung
Die Kernaufgabe bestand darin, das Netzeinspeiselimit von 500 kW strikt einzuhalten. Dafür sorgt eine intelligente und vorausschauende Steuerung aller Energiequellen und -verbraucher. Das System balanciert kontinuierlich Netz, Eigenverbrauch sowie Ladebedarfe und fügt sich nahtlos in die Logistikprozesse ein.
Lösung
KI-gestützte und ganzheitliche System-Orchestrierung: Zentrale Steuerung von PV-Anlage, Batteriespeicher und Lkw-Ladepunkten durch ein intelligentes Energiemanagementsystem (EMS).
Wetter- und prognoseoptimierte Regelung: Dynamische und vorausschauende Anpassung der Energieflüsse basierend auf präzisen Wetterprognosen. Die PV-optimierte EMS-Steuerung reagiert frühzeitig auf Wetteränderungen, um die Eigenerzeugung maximal auszunutzen und Erzeugungsspitzen intelligent zu managen.
Zukunftssicheres und skalierbares Energiekonzept: Modularer und flexibler Systemaufbau, der sich problemlos erweitern lässt. Die Infrastruktur ist so konzipiert, dass sie nahtlos mit dem Wachstum des Logistikstandorts und steigenden Anforderungen an die Ladekapazitäten mitwachsen kann.
Innovationsfaktor
Ganzheitliche Systemorchestrierung statt isolierter Insellösungen: Vernetzung aller Energiekomponenten zu einem intelligenten Gesamtsystem.
KI-gestütztes und prognosebasiertes Energiemanagement: Vorausschauende Steuerung durch künstliche Intelligenz.
Impakt & Learnings
Der wirtschaftliche Impact des Projekts ist signifikant: Durch die intelligente Kombination aus hocheffizienter PV-Erzeugung, optimierter Speicherung und dem KI-Energiemanagement lässt sich vermutlich eine Reduktion der Stromkosten von bis zu 35 % erzielen. Diese prognostizierte Einsparung senkt die Betriebskosten nachhaltig und macht den Logistikstandort unabhängiger von schwankenden Energiepreisen.
Kleinstflexibilitäten bereit für den echten Netzeinsatz
Gemeinsam haben TransnetBW und Octopus Energy im Pilotprojekt OctoFlexBW bewiesen, wie die Energiewende auf der Straße funktioniert. Über 700 Elektrofahrzeuge wurden erfolgreich zusammengeschaltet, um das Stromnetz verlässlich und flexibel zu stabilisieren (Stichwort: Redispatch 3.0). Das erfolgreiche Projekt zeigt: Kleinstflexibilitäten sind bereit für den echten Einsatz – ein echter Gewinn für die Netzstabilität und ein Vorteil für alle Fahrerinnen und Fahrer.
| Status | Abgeschlossen |
| Laufzeit | Mai 2024 – April 2026 |
| Standort | Baden-Württemberg |
| Unternehmen / Partner | Octopus Energy, TransnetBW |
Herausforderung
Die größte Hürde für das Pilotprojekt bestand darin, den Redispatch mit Kleinstflexibilitäten aus über 700 E-Autos vollkommen End-to-End umzusetzen. Bei dieser bundesweiten Premiere mussten die extrem hohen regulatorischen und praktischen Anforderungen bestehender energiewirtschaftlicher Prozesse unter realen Bedingungen lückenlos erfüllt werden.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Mit einer Flotte von 700 E-Autos wurden täglich 2 MWh abgerufen. Hochgerechnet könnten eine Million Fahrzeuge bereits rund 5 % des deutschen Redispatch-Bedarfs decken und enorme Kosten sparen. Ein weiterer Erfolg war die Kundenzufriedenheit: Über die gesamte Laufzeit gab es keine einzige negative Rückmeldung der teilnehmenden E-Auto-Besitzer.
Wie emissionsfreier Schwerlast-Fernverkehr auf europäischen Langstrecken gelingt
Siemens und das Logistikunternehmen Kuehne+Nagel beweisen mit einem wegweisenden Pilotprojekt, dass der vollelektrische Schwerlast-Fernverkehr selbst anspruchsvollste internationale Routen ohne Kompromisse meistern kann. Durch den strategischen Einsatz von E-Lkw und maßgeschneiderter Ladetechnologie wurde eine 5.500 km lange Transportstrecke quer durch Europa erfolgreich dekarbonisiert.
| Status | In Betrieb |
| Laufzeit | Laufend |
| Standort | Halle (Deutschland) nach Corroios (Portugal) |
| Unternehmen / Partner | Siemens, Kuehne+Nagel |
Herausforderung
Die Elektrifizierung des internationalen Schwerlast-Fernverkehrs gilt aufgrund langer Distanzen und strikter Zeitpläne als logistische Königsklasse. Für die regelmäßigen Transporte vom Siemens-Distributionszentrum in Halle (Deutschland) zum Produktionswerk in Corroios (Portugal) sollte eine emissionsfreie Lösung implementiert werden. Die zentrale Herausforderung bestand darin, die 5.500 km lange Strecke so zu planen, dass trotz des Ladeaufwands, der Nutzlastanforderungen und der Suche nach passenden Ladestationen keinerlei Kompromisse bei den anspruchsvollen Lieferzeiten im Vergleich zu herkömmlichen Diesel-Lkw entstehen.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Die Kooperation zwischen Kuehne+Nagel und Siemens zeigt der Logistikbranche eindrucksvoll, dass emissionsfreier Fernverkehr schon heute ohne Kompromisse machbar ist. Jede einzelne Fahrt auf dieser Route spart im Vergleich zu einem Diesel-Lkw beachtliche 3,8 Tonnen CO₂-Emissionen ein (berechnet auf Basis von marktbezogenem Ladestrom). Das erfolgreiche Projekt schafft Vertrauen in die Technologie und fungiert als Meilenstein auf dem Weg zu einer dauerhaft und vollständig elektrifizierten europäischen Transportachse.
Wie integrierte Ladeinfrastruktur den europäischen Schwerlastverkehr elektrifiziert
Mit einem mutigen Pionierprojekt zeigt die traditionsreiche Spedition Nanno Janssen, dass die Dekarbonisierung des Logistiksektors schon heute im großen Stil gelingt. Durch die Kombination einer emissionsfreien E-Lkw-Flotte, einer 3-MW-Siemens-Ladeinfrastruktur mit Batteriespeicher und eigener Photovoltaik entsteht ein wegweisendes, autarkes Logistik-Depot für den europäischen Fernverkehr.
| Status | Laufend |
| Laufzeit | Seit 2021 (Fortlaufende Flottenumstellung bis 2030) |
| Standort | Leer (Ostfriesland), Deutschland |
| Unternehmen / Partner | Nanno Janssen GmbH, Siemens AG |
Herausforderung
Der Schwerlast- und Fernverkehr gilt aufgrund immenser Fahrleistung als besonders schwer zu elektrifizieren. Für die Spedition Nanno Janssen galt es, eine zukunftssichere Strategie zu entwickeln, um die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu beenden und CO₂-Abgase sowie Lärmemissionen zu reduzieren. Gesucht wurde eine skalierbare Lösung, die das gleichzeitige Laden von Dutzenden 500-PS-Elektro-Lkw ermöglicht, ohne das lokale Stromnetz zu überlasten.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Das Projekt der Spedition Nanno Janssen bricht mit dem Vorurteil, die E-Mobilität sei nicht fernverkehrstauglich, und liefert eine europaweit sichtbare Blaupause für die Logistikbranche. Kooperationen dieser Art zeigen, wie ein starkes eMobility-Ökosystem aus Fahrzeugen und smarter Infrastruktur wachsen kann, um Marktkosten langfristig zu senken. Neben der vollständigen CO₂- und Lärmreduktion auf dem Betriebshof belegen die Erfahrungen, dass das System die Attraktivität des Fahrerberufs steigert: Die Fahrer profitieren von besserer Beschleunigung, einem leisen, stressfreien Fahrgefühl und kommen gelassener von ihren Touren nach Hause.
Wie urbanes V2G-Carsharing die Netze stabilisiert
Mit Utrecht Energized startet in den Niederlanden Europas erstes umfassendes Vehicle-to-Grid-Carsharing-System. Das Projekt verbindet Elektromobilität, bidirektionales Laden und erneuerbare Energien zu einer intelligenten Lösung für urbane Mobilität und Netzstabilität.
| Status | Abgeschlossen, aber wird expandiert und erweitert |
| Laufzeit | Seit Juni 2025 |
| Standort | Utrecht, Niederlande |
| Unternehmen | Renault Group, We Drive Solar, MyWheels, Stadt Utrecht |
Herausforderung
Mit dem steigenden Anteil erneuerbarer Energien wachsen die Anforderungen an die Stabilität lokaler Stromnetze. Gleichzeitig benötigen Städte nachhaltige und bezahlbare Mobilitätsangebote. Gesucht wurde daher eine Lösung, die Elektromobilität, Solarstrom und Netzflexibilität intelligent miteinander verbindet und im Alltag zuverlässig funktioniert.
Lösung
Innovationsfaktor
Impakt & Learnings
Utrecht Energized zeigt, dass Carsharing-Flotten die lokale Netzstabilität durch flexible Speicherleistung aktiv sichern und gleichzeitig ihre Wirtschaftlichkeit steigern können. Das Projekt dient als europäische Blaupause für eine systemische Energie- und Mobilitätswende: Sektorenübergreifende Zusammenarbeit ermöglicht es, relevante Netzdienstleistungen verlässlich und rentabel im urbanen Raum bereitzustellen.
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