Neue politische Reformen könnten den deutschen Solarmarkt schrumpfen lassen

The smarter E Podcast Folge 267 | 15. Oktober 2026 | Sprache: Englisch

Deutschland hat maßgeblich zur Schaffung der politischen Rahmenbedingungen beigetragen, die den weltweiten Erfolg der Solarenergie ermöglicht haben. Doch angesichts sinkender Strompreise tagsüber, des Drucks auf Solarunternehmen und sich abzeichnender bedeutender politischer Reformen stellt sich die Frage: Könnten sich die beeindruckenden Installationsraten bei Solar- und Batteriesystemen der letzten Jahre drastisch verlangsamen?

Diese Woche spricht Host Jonathan Gifford mit David Wortmann, Gründer und Geschäftsführer des Berliner Beratungsunternehmens DWR eco, über die geplante Überarbeitung des deutschen Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). Die Reformen könnten die finanziellen Erträge von Solarprojekten grundlegend verändern, da die Förderungen für Privat- und Gewerbedächer voraussichtlich gekürzt werden. Doch es gibt auch eine Kehrseite: Das Ausschreibungsvolumen für Großanlagen dürfte im Rahmen derselben Reformen steigen.

Wortmann argumentiert, dass die Geschwindigkeit der Reformen die größte Sorge sein könnte. Da Solarunternehmen in Richtung Eigenverbrauch und marktbasierte Einnahmen gedrängt werden, scheinen einige Schwierigkeiten zu haben, sich anzupassen. Er erörtert, ob Deutschland das richtige Gleichgewicht zwischen Dachsolaranlagen und Großsolaranlagen finden kann, ohne die erklärten Ziele des Landes im Bereich der erneuerbaren Energien zu gefährden.

Da jedoch die wachsende Solarstromerzeugung zu steigenden Intraday-Strompreisspannen führt, ergeben sich attraktive Chancen für eine andere Technologie: die Batteriespeicherung.

Aufgenommen bei der Einweihung einer neuen Batterieproduktionsanlage in der Nähe von Izmir in der Türkei spricht Jonathan mit Salomé Perperot, Senior Consultant bei Clean Horizon, über die sich wandelnde Wirtschaftlichkeit von Batteriespeichern in Europa. Da lukrative Einnahmen aus Regulierungsdiensten zunehmend durch Handelsmöglichkeiten auf dem freien Markt ersetzt werden, erläutert Perperot, welche Märkte am attraktivsten erscheinen und warum die Sicherung selbst eines kleinen Anteils an garantierten Einnahmen entscheidend sein kann, um die Finanzierung von Batterieprojekten zu gewährleisten.

Wie diese beiden Gespräche zeigen, ist die Erzeugung von mehr Strom aus erneuerbaren Energien nur ein Teil der Herausforderung – die nächste Herausforderung besteht darin, die Marktstrukturen, Verträge und politischen Rahmenbedingungen zu finden, die dafür sorgen, dass das Ganze funktioniert.

Über den The smarter E Podcast

Im The smarter E Podcast dreht sich alles um die aktuellen Trends und Entwicklungen einer erneuerbaren, dezentralen und digitalen Energiewirtschaft. Unser Host begrüßt und interviewt Persönlichkeiten, die unsere Branche prägen und Entwicklungen vorantreiben. Eine neue Folge erscheint jeden zweiten Donnerstag.

David Wortmann is the founder and CEO of DWR eco, a strategy, communications, and policy consulting firm specializing in renewable energy. For nearly 20 years, David has been promoting the introduction and adoption of new business models and technologies for a green economy at the intersection of industry, politics, and the public. David has advised both Social Democratic and Green Party members of the German Parliament, was a Vice President at U.S. module maker First Solar, and is the founder of the Eco Innovation Alliance, a B2B network of cleantech startups from German-speaking countries.

Salomé Perperot has been an analyst at Clean Horizon since 2023. Before joining the company, she built experience at Vitesco Technologies and Solvay. She studied engineering at Centrale Méditerranée in Marseilles, France, and has completed a Master of Engineering Science at the University of Queensland, Australia.

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