KI für das Netzmanagement nutzen: Verschwendung von erneuerbarem Strom vermeiden

Pressemeldung – Mittwoch, 3. Juni 2026

Künstliche Intelligenz (KI) transformiert das Energiesystem: Während der Ausbau von Wind- und Solarkraft europaweit weiter voranschreitet, sichert KI künftig die effiziente Nutzung jeder erzeugten Kilowattstunde. Intelligente Algorithmen synchronisieren Erzeugung und Verbrauch in Echtzeit, stabilisieren so die Netze und vermeiden teure Abregelungen. Damit wird Software zum entscheidenden Werkzeug für eine wirtschaftliche, zuverlässige und erneuerbare Energieversorgung. Auf der EM-Power Europe, der internationalen Fachmesse für Energiemanagement und vernetzte Energielösungen, stellen zahlreiche Aussteller vom 23. bis 25. Juni in der Messe München ihre KI-basierten Lösungen und digitalen Innovationen vor. Hier können Besucher mit Vertretern von Unternehmen, Start-ups und anderen Vorreitern der Branche ins Gespräch kommen. Zum ersten Mal gibt es auch den Gemeinschaftsstand „AI for Smart Energy“. Die EM-Power Europe findet im Rahmen von The smarter E Europe statt, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft. Rund 2.800 Aussteller und über 100.000 Besucher aus aller Welt werden erwartet.

Auf der EM-Power Europe 2026 präsentieren die Aussteller ihre innovativen, KI-basierten Lösungen. © Solar Promotion GmbH

Das Energiesystem wird immer dezentraler und komplexer – mit tausenden Einspeisern und flexiblen Verbrauchern. Dadurch verändern sich die Lastflüsse ständig. KI hilft, damit umzugehen. Sie kann große Datenmengen in Echtzeit auswerten und Muster erkennen. Mit ihrer Hilfe lassen sich Wetter-, Leistungs- und Ertragsprognosen erstellen, um zum Beispiel Engpässe im Netz frühzeitig zu erkennen und Gegenmaßnahmen vorzubereiten. Sie kann dabei unterstützen, Stromerzeugung und -verbrauch intelligent zu steuern und Redispatch-Maßnahmen zu vermeiden. Gerard Reid, Mitbegründer und Partner des in London ansässigen Finanzierungsunternehmens Alexa Capital, ordnet die Entwicklung als „größten technologischen Wandel in der Geschichte der Menschheit” ein. Insbesondere in den Stromnetzen verändere die Digitalisierung das Energiesystem von innen heraus.

Aktuelle Entwicklungen wie Grid Foundation Modelle (GridFM) gehen über herkömmliche Simulationen hinaus. Mit riesigen Datensätzen trainiert, beschleunigen sie Planung, Betrieb und Weiterentwicklung der Netze massiv. Parallel dazu bilden digitale Zwillinge reale Stromnetze virtuell ab. In Deutschland fördert beispielsweise das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) hierzu das Forschungsprojekt AMAZING unter Leitung des Forschungszentrums Informatik (FZI). Gemeinsam mit fünf Stromnetzbetreibern erprobt das FZI, wie KI-generierte Zwillinge als Blaupause für den flächendeckenden Einsatz dienen. Diese intelligente Steuerung schont Zeit, Kapital sowie Ressourcen und optimiert den physischen Ausbaubedarf.

Trotz technologischer Sprünge bremsen jedoch lückenhafte Daten und veraltete Infrastrukturen den europaweiten Rollout. Während einige Märkte beim Smart-Meter-Rollout vorangehen, verdeutlichen Verzögerungen in Ländern wie Deutschland die Notwendigkeit einer beschleunigten digitalen Durchdringung. Zudem erfordert die Implementierung neue Kompetenzen bei den Netzbetreibern sowie strikte EU-Regularien, um Cyberangriffe abzuwehren. KI ersetzt dabei nicht den Menschen, sondern assistiert bei hochkomplexen Entscheidungen.

Was die Europäische Union plant

In der Europäischen Union (EU) sollen die Stromnetze digitalisiert, dynamischer und intelligenter werden, um eine zuverlässige Versorgung zu gewährleisten und Schwankungen bei den erneuerbaren Energien auszugleichen. Der Einsatz von KI soll dazu beitragen, Systemverluste zu reduzieren und Einspeisebeschränkungen zu vermeiden, indem etwa dezentrale Energiequellen wie Solaranlagen und Batteriespeicher systemdienlich gesteuert werden. Außerdem soll KI helfen, Bedrohungen durch Cyberangriffe zu erkennen. Pilotprojekte werden bereits durchgeführt, ab 2030 sollen die Netze KI-gesteuert sein. Damit wäre die EU Vorreiter auf dem Gebiet.

In einigen Bereichen wird KI bereits eingesetzt. Zum Beispiel, um genauere Prognosen für die Stromerzeugung an Solar- und Windkraftanlagen zu bekommen. Das hilft nicht nur Netzbetreibern, das System stabil zu halten und teure Eingriffe zu vermeiden, sondern auch dem Stromhandel, um Preisrisiken zu reduzieren und erneuerbaren Strom effizienter zu vermarkten. Bei der Inspektion von Stromleitungen und der vorausschauenden Wartung von Energieanlagen unterstützt KI dabei, die Effizienz zu erhöhen und Betriebskosten zu reduzieren. Studien zeigen, dass durch den Einsatz von KI die Kosten für Betriebsreserven um bis zu 15 Prozent gesenkt werden könnten.

EM-Power Europe informiert über den Einsatz von KI

Die EM-Power Europe präsentiert das gesamte Spektrum für die digitale Netzwelt. Aussteller zeigen Produkte für das Netzmanagement, das Monitoring sowie Smart Grids. Fachbesucher finden hier KI-basierte Software, um Energiesysteme präzise zu analysieren, zu simulieren und Cybersicherheit technologisch zu verankern. Ein zentraler Anlaufpunkt ist der neue Gemeinschaftsstand „AI for Smart Energy“, der die Vielfalt der Einsatzmöglichkeiten künstlicher Intelligenz präsentiert. Die begleitende EM-Power Europe Conference vertieft am 23. Juni in der Session „Can We Trust AI to Run the Grid?“ die operative Intelligenz. Experten präsentieren messbare Ergebnisse aus dem Feld und definieren, welche Dateninfrastrukturen sowie regulatorischen Rahmenbedingungen notwendig sind, damit KI den Netzbetrieb im Alltag verlässlich unterstützt.

Am 24. Juni demonstriert das The smarter E Forum (Halle C5, Stand C5.550), wie KI aus Daten echten Mehrwert generiert. Die Referenten zeigen anhand konkreter Anwendungen in Netzen, Gebäuden und Energiemärkten, wie Unternehmen vorhandene Flexibilitäten gezielt nutzen. Ziel ist es, komplexe Systeme transparent zu steuern und die Resilienz entlang der gesamten energiewirtschaftlichen Wertschöpfungskette zu erhöhen.

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