Der mit 25.000 Euro dotierte Adolf Goetzberger-Preis geht in diesem Jahr an Dr. Ulrich Leibfried. Ausgezeichnet wird die Entwicklung des SOLINK-PVT-Wärmepumpenkollektors, eines integrierten Systems, das thermische und elektrische Solarenergienutzung effizient mit Umweltwärme und Wärmepumpen kombiniert. Die Preisverleihung fand heute im Rahmen des PV-Symposiums im Kloster Banz in Bad Staffelstein statt. Der Preis und die Stiftung tragen den Namen von Prof. Dr. Adolf Goetzberger, einem Wegbereiter der Solarenergie und Gründer des Fraunhofer-Instituts für Solare Energiesysteme ISE. Das PV-Symposium gilt seit Jahrzehnten als wichtige Plattform für den Austausch zwischen Forschung, Industrie und Praxis in der Solarbranche.
„Mit dem SOLINK-PVT-Wärmepumpenkollektor ist es gelungen, die thermische und elektrische Nutzung der Solarenergie in einem Bauteil effizient mit Umweltwärme und Wärmepumpentechnologie zu einem stimmigen Gesamtsystem zu verbinden“, erklärte Dr. Winfried Hoffmann, Vorsitzender der Jury. „Die Auszeichnung würdigt eine technische Lösung, die systemisch denkt und vorhandene Ressourcen optimal nutzt.“
Das ausgezeichnete System kombiniert Photovoltaik und Solarthermie in einem Kollektor und koppelt diese mit einer Wärmepumpe. Dadurch werden Stromerzeugung, Wärmeerzeugung und Umweltwärmenutzung in einem integrierten Ansatz zusammengeführt.
Auch wenn es sich derzeit noch um ein spezialisiertes Marktsegment handelt, sieht die Jury darin ein zukunftsfähiges Konzept. Angesichts der Dringlichkeit der Transformation des Energieversorgungssystems und wachsender Nutzungskonflikte – etwa durch begrenzte Dachflächen für getrennte PV- und Solarthermieanlagen oder durch Platz- und Schallemissionsanforderungen bei Luft-Wärmepumpen in verdichteter Bebauung – könnten derartige integrierte Systeme künftig deutlich an Bedeutung gewinnen.
Die Entwicklung des SOLINK-PVT-Wärmepumpenkollektors ist das Ergebnis langjähriger, kreativer und beharrlicher Arbeit. Gemeinsam mit einem innovationsstarken, mittelständischen Unternehmen wurden technische Herausforderungen in Konstruktion und Systemintegration gelöst.
„Dr. Ulrich Leibfried steht für technisches Know-how, Ausdauer und den Anspruch, aus bestehenden Ressourcen das Maximum an Nutzen zu erschließen“, betonte Thomas Nordmann, Vorsitzender des Kuratoriums. „Seine Entwicklung überzeugt durch ihre Wirkung, ihren praktischen Mehrwert und ihre nachhaltige Anwendbarkeit. Sie hat das Potenzial, ein wichtiges Puzzlestück für das Gelingen der Energiewende zu werden.
Mit der zweiten Verleihung des Adolf Goetzberger-Preises würdigt die Stiftung erneut Persönlichkeiten, die mit systemischem Ansatz, technischer Kreativität und unternehmerischem Engagement zur Weiterentwicklung der Solar- und Wärmetechnologien beitragen. „Die Stiftung und der Barpreis werden finanziert durch freiwillige Spenden aus der Solarwirtschaft und von ehemaligen Weggefährten von Adolf Goetzberger“, erläuterte Thomas Nordmann, Vorsitzender des Kuratoriums.