Angesichts der erneuten Volatilität auf den globalen Energiemärkten – von geopolitischen Krisenherden bis hin zu Versorgungsengpässen – rückt eine zentrale Frage wieder in den Fokus: Wie können wir Energiesicherheit gewährleisten, wenn die Versorgung mit fossilen Brennstoffen nicht mehr garantiert ist?
In dieser Folge beleuchten wir, wie sich Flexibilität – angetrieben durch Elektrofahrzeuge und Batterien – als führende Lösung für die Herausforderungen der Energiesicherheit etabliert.
Zunächst widerlegt Gautham Ram (TU Delft) die gängige Auffassung, dass Elektrofahrzeuge eine Belastung für das Stromnetz darstellen. Stattdessen skizziert er, wie Millionen von Elektrofahrzeugen als riesiges, dezentrales Speichernetzwerk fungieren könnten und den Verkehr damit effektiv zu einem strategischen Energieressource machen.
Von Smart Charging bis hin zu V2G untersuchen wir, wie intelligente Koordination – und nicht nur neue Infrastruktur – Netzüberlastungen verringern, erneuerbare Energie aufnehmen und die Abhängigkeit von importierten Brennstoffen reduzieren kann. Außerdem beleuchten wir die Anwendungsfälle, die AC- vs. DC-Laden, bidirektionale Technologie und Batterielebensdauern vorantreiben – und warum die Skalierung dieser Lösungen von Standards, Interoperabilität und Verbrauchervertrauen abhängt.
Anschließend berichtet Ruben Valiente von Maxxen Energy live vom Battery & Business Development Forum 2026 in Frankfurt und vermittelt einen Einblick aus der Praxis in den schnell wachsenden europäischen Batteriespeichermarkt.
Seine Botschaft kommt zum richtigen Zeitpunkt: Während Batteriezellen nach wie vor von globalen Lieferketten dominiert werden, liegt Europas Stärke in der Systemintegration, der lokalen Technik und der schnellen Umsetzung von Projekten. Während die Märkte mit Unsicherheiten zu kämpfen haben, tragen neue Ansätze wie herstellerunterstützte Finanzierungen dazu bei, Investitionsrisiken zu mindern und die Umsetzung zu beschleunigen – was in Zeiten, in denen die Widerstandsfähigkeit in Frage gestellt wird, von entscheidender Bedeutung ist.
Da EV-Flotten zunehmend als mobile Energiereserven fungieren und Batterien im Versorgungsmaßstab die Netze stabilisieren, verbindet diese Folge die Punkte in einer sich rasch entwickelnden Speicherlandschaft und zeigt, wie Flexibilität in einer Zeit des Umbruchs die ultimative Absicherung gegen Energieunsicherheit sein kann.
Über den The smarter E Podcast
Im The smarter E Podcast dreht sich alles um die aktuellen Trends und Entwicklungen einer erneuerbaren, dezentralen und digitalen Energiewirtschaft. Unser Host begrüßt und interviewt Persönlichkeiten, die unsere Branche prägen und Entwicklungen vorantreiben. Eine neue Folge erscheint jeden zweiten Donnerstag.
Gautham Ram Chandra Mouli ist Associate Professor in der Forschungsgruppe „Gleichstromsysteme, Energieumwandlung und -speicherung“ am Fachbereich für Elektrische und Nachhaltige Energie der Technischen Universität Delft in den Niederlanden.
Er promovierte 2018 an der Technischen Universität Delft für die Entwicklung eines solarbetriebenen V2G-Ladegeräts für Elektrofahrzeuge, das 2018 von IDtechEx als „Bedeutendste Innovation im Bereich Elektrofahrzeuge“ und von KIJK als „Beste Tech-Idee 2018“ ausgezeichnet wurde. Seine aktuelle Forschung konzentriert sich auf EV-Batterien, EV-Laden und Vehicle-to-Grid (V2G) sowie die Netzintegration von Elektrofahrzeugen.
Ruben Valiente ist Geschäftsführer von Maxxen, einem führenden europäischen Unternehmen im Bereich Energiespeicherung. Mit mehr als 25 Jahren internationaler Erfahrung in der Energiewende-Branche hatte er leitende Positionen bei globalen multinationalen Konzernen wie GE und ABB inne und gründete mehrere Energie-Start-ups.
Als Ingenieur mit Abschluss cum laude und MBA-Absolvent der IESE Business School verbindet Ruben tiefgreifendes technisches Fachwissen mit ausgeprägter kommerzieller, strategischer und operativer Führungskompetenz. Seine Erfahrung erstreckt sich über die gesamte Energiewertschöpfungskette, einschließlich Projektentwicklung und -finanzierung, EPC und O&M, F&E, Produktinnovation und Fertigung.