Smart kombiniert: Solarstrom lohnt sich für Industrie und Gewerbe

Pressemeldung – Dienstag, 19. Mai 2026

Die wirtschaftliche Diskrepanz zwischen Netzbezug und Eigenversorgung definiert derzeit die Energiestrategie im gewerblichen und industriellen Sektor (C&I): Während der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für deutsche Industriekunden aktuelle Strompreise von rund 14-16 Cent/kWh ausweist, beziffert das Fraunhofer ISE die Gestehungskosten für großskalige PV-Dachanlagen auf 5,6 bis 12 Cent/kWh. Dass die Photovoltaik zum Rückgrat der deutschen Energieversorgung avanciert ist, belegen Daten der Bundesnetzagentur: Mit einem Anteil von rund 18 Prozent am Strommix hat sie im Jahr 2025 erstmals fossile Energieträger wie Erdgas und Braunkohle überholt. Getrieben von diesem Marktwachstum rückt nun auch für Unternehmen die systemische Integration in den strategischen Fokus: Erst die Kombination aus leistungsfähigen Speichern und intelligentem Lastmanagement ermöglicht es, die günstigen Erzeugungsspitzen präzise mit industriellen Lastprofilen zu synchronisieren und langfristige Planungssicherheit zu schaffen. Die Intersolar Europe präsentiert vom 23. bis 25. Juni 2026 auf der Messe München die wegweisenden Lösungen für diese Anforderungen. Als weltweit führende Fachmesse für die Solarwirtschaft zeigt sie im Rahmen von The smarter E Europe, Europas größter Messeallianz für die Energiewirtschaft, die neuesten Technologien und Geschäftsmodelle für den C&I-Sektor. Rund 2.800 Aussteller präsentieren ihre Innovationen; die Veranstalter erwarten mehr als 100.000 Besucher

Von der signifikanten Senkung der Betriebskosten über die Reduktion von Netzentgelten bis hin zur präzisen Steuerung des eigenen Lastprofils – Solarlösungen bieten für Industrie und Gewerbe (C&I) zahlreiche Vorteile. Unternehmen sind damit in der Lage, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu stärken als auch einen Beitrag zur Netzstabilität zu leisten. PV-Anlagen können beispielsweise auf Fabrikhallen, Bürogebäuden, Lagerhallen oder Carports installiert und intelligent mit Batteriespeichern, Ladesäulen oder Wärmepumpen kombiniert werden.

Technologische Innovationen beschleunigen diese Entwicklung. Moderne flache, leichte und rahmenlose Module mit Siliziumzellen sparen bis zu 70 Prozent an Gewicht ein und ermöglichen die Belegung von Dächern, die bisher aufgrund geringer Traglast ungenutzt blieben. Ein weiterer Trend ist, dass Wechselrichter und Batteriespeicher funktional und technisch immer mehr zusammenwachsen. Das erhöht die Effizienz der Anlagen und gewährleistet eine sichere Energieversorgung. Wer den Solarstrom darüber hinaus direkt für thermische Prozesse und die eigene E-Flotte nutzt, maximiert den Eigenverbrauch und damit die Gesamtrendite der Investition.

Auf der Intersolar Europe präsentieren Aussteller die neuesten Entwicklungen im Bereich Commercial & Industrial. © Solar Promotion GmbH

Das Marktwachstum für gewerbliche Solaranlagen wird in den kommenden Jahren massiv durch regulatorische Vorgaben forciert. Die Europäische Union (EU) hat hierfür mit der Neufassung der Gebäuderichtlinie (EPBD) den entscheidenden Rahmen gesetzt. Ziel ist es, den Gebäudebestand schrittweise „solar-ready“ zu machen. Die Richtlinie sieht einen verbindlichen Zeitplan vor: Ab 2027 greift die Solar-Pflicht für alle neuen öffentlichen Gebäude und Nichtwohngebäude mit einer Fläche über 250 m². Ab 2028 folgen bestehende Nichtwohngebäude bei größeren Sanierungen sowie ab 2030 sämtliche neuen Wohngebäude und angrenzende überdachte Parkflächen. In Deutschland führt diese europäische Vorgabe zwingend zu einer Anpassung des nationalen Rechts, dessen Umsetzung bis spätestens Mai 2026 erfolgen muss. Bisher gleicht die Rechtslage einem Flickenteppich, da die Gesetzgebungskompetenz weitgehend bei den Bundesländern liegt. Während Länder wie Baden-Württemberg, Bayern oder Hamburg bereits weitreichende Installationspflichten für gewerbliche Neubauten und teils auch für Dachsanierungen im Bestand verankert haben, beschränken sich andere Bundesländer noch auf öffentliche Liegenschaften oder befinden sich in der Planungsphase.

Neben Dachflächen rücken zunehmend versiegelte Flächen in den Fokus. Die Kombination aus E-Mobilität und Solar-Carports entwickelt sich dabei zum zentralen Treiber für das C&I-Segment. Frankreich nimmt auf diesem Gebiet eine Pionierrolle ein: Das bereits 2023 in Kraft getretene APER-Gesetz verpflichtet Betreiber von Außenparkplätzen ab 1.500 m², mindestens die Hälfte der Fläche mit PV-Anlagen zu überdachen. Seit einer Gesetzesanpassung im Jahr 2025 sind zudem Mischlösungen mit Begrünung oder gleichwertiger regenerativer Erzeugung zulässig. In Deutschland folgen die Bundesländer diesem Trend mit Nachdruck. Zahlreiche Landesbauordnungen schreiben bereits heute Solar-Carports für neu errichtete Großparkplätze vor, wobei die Schwellenwerte je nach Region meist zwischen 25 und 50 Stellplätzen liegen. Diese Regelungen verfolgen das Ziel, zusätzliche Erzeugungskapazitäten ohne weiteren Flächenverbrauch zu erschließen und gleichzeitig Witterungsschutz für Fahrzeugflotten zu bieten. Für die Solarbranche eröffnet sich dadurch ein beträchtlicher Markt auf Handels-, Logistik- und Unternehmensparkplätzen.

Die Intersolar Europe fokussiert marktreife Technologien und neue Geschäftsmodelle für den Gewerbe- und Industriesektor. Den Auftakt bildet die Intersolar Europe Conference, die einen Tag vor Messebeginn startet. In dedizierten Sessions analysieren Experten hier die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und technischen Anforderungen für großskalige PV-Projekte. Begleitend zur Fachmesse bietet das Intersolar Forum (Halle A3) am 23. Juni praxisnahe Einblicke in die Synergien aus PV, Speichern und Flottenmanagement. Am 25. Juni vertieft die Deutsche Gesellschaft für Sonnenenergie (DGS) spezifische C&I-Anwendungen. Zusätzlich demonstriert die Sonderschau „Renewables 24/7“ (Halle C5), wie die intelligente Vernetzung von Erzeugung, Speicherung und Lastmanagement den Eigenverbrauch in Gewerbe und Industrie optimiert. Besucher erleben hier, wie integrierte Systeme die Versorgungssicherheit garantieren und über die Sektorkopplung neue Erlösquellen erschließen.

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