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The smarter E AWARD 2020: Das sind die Finalisten

Pforzheim, 04. Juni 2020: Innovative Geschäftsmodelle und zukunftsweisende Projekte für eine nachhaltige Energiewirtschaft präsentieren die Finalisten des The smarter E AWARD 2020. Im Mittelpunkt der Kategorie „Outstanding Projects“ stehen realisierte Projekte in den Bereichen Solar, Speicher, E-Mobilität und Energiemanagement. Die Kategorie „Smart Renewable Energy“ legt den Fokus auf Lösungen zur Sektorkopplung sowie auf die intelligente Betriebsführung von Solaranlagen im Zusammenspiel mit anderen Erzeugern und Verbrauchern. Die Gewinner des The smarter E AWARD werden am 30. Juni 2020 auf einer virtuellen Bühne gewürdigt.

 

Trotz der Corona-bedingten Absage von The Smarter E Europe 2020 und der Verschiebung von The smarter E South America 2020 werden auch in diesem Jahr Unternehmen und Projekteigentümer für zukunftsweisenden Lösungen mit dem bedeutenden Innovationspreis der Energiebranche, dem The smarter E AWARD, ausgezeichnet. Dieses Mal jedoch im Rahmen einer virtuellen Preisverleihung am 30. Juni – zusammen mit den Innovationspreisen Intersolar und ees AWARD.

Finalisten der Kategorie „Outstanding Projects“

Spannende Projekte weltweit präsentieren die Finalisten in der Kategorie „Outstanding Projects“. Und sie machen deutlich: Erneuerbare Energien, Energiespeicher und Elektromobilität sind weltweit auf dem Vormarsch und entwickeln sich zu den Schlüsseltechnologien der neuen Energiewelt.

  • Alpha ESS Europe GmbH (Deutschland): Das „Myanmar Rural Electrification Project“ ist Teil eines Programms der Weltbank: Bis zum Jahr 2030 sollen durch Netzausbau und dezentrale ländliche Elektrifizierung mittels Microgrids 7,2 Millionen Haushalte in Myanmar mit Strom versorgt werden. Bei dem Projekt selbst werden in einem ersten Schritt neun Dörfer angeschlossen. Dazu wurden von Alpha ESS an 13 Standorten Systeme mit insgesamt 1 MW PV-Leistung und 5 MWh Speicherkapazität errichtet. Ein wesentlicher technologischer Baustein dieses Projekts ist das Thermomanagement der Batterien in Containern. Dazu wurde ein modulares Standard-Design entwickelt, das auch an andere Standorte angepasst werden kann.
  • C2 Energy Capital (USA): Die Minneapolis Public Schools (MPS), eine öffentliche Schule in den USA, konnte durch die Installation einer PV-Anlage mit 480 kWp auf Dach und Carport zum einen das ihr zur Verfügung stehende Budget erhöhen. Auf der anderen Seite steht der Umbau der Schule zu einer Art realem Labor der Energiewende: Die Solaranlage ist nicht einfach ein zusätzliches Bauteil auf dem Dach, sondern ein wesentliches Element des Schulgebäudes, das Schülerinnen und Schüler hilft, mehr über erneuerbare Energien zu lernen. Auch Ladestationen für Elektrofahrzeuge gehören zum Thomas Edison High School Solar Energy & Sustainability Plaza Project.
  • Phaesun GmbH (Deutschland): Im EU-Entwicklungs- und Innovationsprojekt „REvivED Water“ wurde eine besondere Entsalzungs- und Reinigungsanlagen für Brackwasser installiert. Das solarbetriebene System auf der Basis von Elektrodialyse vorsorgt 300 Dorfbewohner und Nomaden im Dorf Beyo Gulan in der Wüste Somalilands. Es ersetzt einen Salzbrunnen, dessen Wasser aufgrund des hohen Salzgehalts und der Verschmutzung gesundheitsschädlich war. Nun verfügen die Menschen über eine zuverlässige Quelle für sauberes Trinkwasser. Das wartungsarme System – lokale Fachkräfte werden zur Wartung ausgebildet – soll auch in Djibouti, Tansania und Indien zum Einsatz kommen.
  • Reuniwatt SAS (Frankreich): Das Springbok Solar Cluster, ein 443 MWp PV-Kraftwerk mit einer 1,5 MWh Li-Ionen-Batterie, liefert dank Regelalgorithmen auf Grundlage von genauen Kurz- und Langzeitprognosen „versandfertigen Strom“ für Los Angeles. Die Prognosen werden mithilfe einer Infrarot-Himmelsbeobachtung erstellt, wodurch das Wetter schnell und genau vorhergesagt werden kann. Die Vorhersagen werden auch zur Leistungsglättung verwendet: Das Energiespeichersystem gleicht die Variabilität des Solarstroms aus. Möglichst genaue Prognosen sind wichtig, um erneuerbare Energie künftig noch besser in das Strommarktdesign zu integrieren.
  • SENEC GmbH (Deutschland): Onslow Renewable Energy Pilot, ein sehr großes Microgrid in Australien, soll die Leistung des Stromversorgungssystems verbessern, um letztendlich Gemeinden mit erschwinglicher und nachhaltiger Elektrizität zu versorgen. Wegen des regional sehr hohen Strombedarfs, welcher oftmals mithilfe von Dieselgeneratoren gedeckt wird, amortisiert sich das Microgrid mit einer 1 MWp PV-Anlage, einem Gaskraftwerk und einem 1-MWh-Batteriespeichersystem in weniger als drei Jahren. Die neue Strominfrastruktur ermöglicht Anbietern eine hohe nachhaltige Rendite und Abnehmern günstige grüne Energie zu stabilen Kosten.
  • SMA Solar Technology AG (Deutschland): Energieversorgung außerhalb des öffentlichen Stromnetzes – das Bordesholm-Beispiel ist ein Meilenstein der Energiewende. Das 10-MW-Speichersystem mit einer Kapazität von 15 MWh in Schleswig-Holstein hat vornehmlich die Aufgabe, eine primäre Betriebsreserve und Strom für die Direktvermarktung zu liefern. Zudem soll es die komplette Stromversorgung bei einem Netzausfall sichern. Im Zuge der Inbetriebnahme wurden die Verbraucher probeweise komplett vom öffentlichen Netz abgehängt und anschließend mit rein regenerativem Strom versorgt – der Übergang war stufenlos und unauffällig. Das System sorgt für hohe Versorgungssicherheit, ist schwarzstartfähig und kann somit schnell wieder in Betrieb genommen werden.
  • Solar Chernobyl LLC (Ukraine): Solar Chernobyl ist ein 1-MW-Solarkraftwerk mit großer Symbolkraft. Es ist die erste PV-Anlage auf einem radioaktiv kontaminierten Gebiet – gerade 100 Meter entfernt vom vierten Kernreaktorblock des 1986 explodierten Kernkraftwerks Tschernobyl. So vollzieht sich die Energiewende genau an dem Ort, an dem einst der Super-Gau das Ende der Kernkraftnutzung einläutete. Die Anlage steht mehr als sinnbildlich für den Wechsel der Energieversorgung. Mit diesem Projekt fördert das ukrainisch-deutsche Konsortium Rodina-Enerparc die wirtschaftliche Entwicklung der Sperrzone von Tschernobyl nachhaltig und klimafreundlich.
  • SunPower Corporation (USA): Die gemeinnützige Organisation „Water Mission“ will in den entlegensten Regionen der Welt Menschen mit Wasser versorgen. Weil es oft weder Brennstoffe noch Netzstrom gibt, werden mit Solarstrom angetriebene Wasserpumpen eingesetzt. Das Projekt im Nyarugusu-Flüchtlingslager in Tansania, in dem 132.000 Flüchtlinge längst sesshaft geworden sind, zeigt die Notwendigkeit eines solchen Engagements. Das Lager verfügt mittlerweile über sechs Wasserquellen. Das geförderte Wasser wird mithilfe eines solarbetriebene Aufbereitungssystem gereinigt. Nach Angaben von „Water Mission“ steht in Nyarugusu das weltweit größte solarbetriebene Wasseraufbereitungssystem.
  • SunPower Corporation (USA): Das „Powerhouse Brattørkaia“ in Norwegen ist das nördlichste Gebäude seiner Art. Es besticht durch seine ästhetische Gebäudeintegration, produziert mehr Strom, als es selbst verbraucht, und liefert den Überschuss mithilfe eines Microgrid-Netzes an benachbarte Gebäude, Elektrobusse, Autos und das Fährsystem des nahen Hafens. Auch wenn an diesem Standort im Winter nur mit maximal vier Stunden Sonne zu rechnen ist, wird durch die großzügig ausgelegte, integrierte Solarstromanlage über das Jahr hinweg ein Überschuss erwirtschaftet. Das Haus ist ein Musterbeispiel für gebäudeintegrierte PV und ein architektonisches Highlight, das eigens für einen optimierten Solarertrag konzipiert wurde.
  • Xuan Cau Holdings/B. Grimm Power Public Company (Thailand): Mit dem Dau Tieng Photovoltaic Solar Power Project wurde in der Nähe des Dau-Tieng-Stausees in Vietnam eine PV-Anlage auf Stelzen errichtet. Die 500 MWp große Anlage nebst Umspannwerk steht in einem 550 Hektar großen Gebiet, welches immer wieder überflutet wird. Ausgelegt auf der Grundlage des Pegels des höchsten zu erwartenden Hochwassers der nächsten 100 Jahre, nutzt es ein ansonsten recht unzugängliches Gebiet für die Produktion von Solarstrom. Je nach Topographie und Geologie wurden sechs unterschiedliche Pfahllängen und -typen eingesetzt. Bei der Installation musste die Rammgeschwindigkeit an den Wasserstand angepasst werden. Die Installation erfolgte während unterschiedlicher Wasserspiegel – teils vom Land, teils mithilfe von Schiffen.

Finalisten der Kategorie „Smart Renewable Energy“

Die Produkte und Lösungen der Finalisten in der Kategorie „Smart Renewable Energy“ umfassen einerseits Lösungen zur Sektorkopplung, um die Nutzung von PV bei der Wärme- und Mobilitätswende zu optimieren. Andererseits liegt der Fokus auf der intelligenten Betriebsführung von Solaranlagen im Zusammenspiel mit anderen Erzeugern und Verbrauchern, wobei eine netzstabilisierende Betriebsführung im Vordergrund steht. Einige Systeme bieten sogar Netzdienstleistungen an. So sind PV-Anlagen oft nicht mehr lokale Insel-Lösungen, sondern übernehmen immer mehr Eigenschaften als zentrale Elemente des Stromnetzes.

  • Bachmann electronic GmbH (Österreich): Mit dem Smart Power Plant Controller stellt Bachmann electronic einen auf Hard- und Software basierten Komplettansatz für Erzeugungsparks vor. Durch die Zertifizierung des Komplettsystems erhalten die Nutzer Rechtssicherheit für den Betrieb eines damit verwalteten Parks. Unterstützt wird diese Lösung durch eine standardisierte Datenschnittstelle und ein ausgeklügeltes Berechtigungskonzept. Ausgelegt ist der Smart Power Plant Controller für hybride Erzeugungsanlagen ab 135 kW, die besonderen Auflagen der Regulierung folgen müssen.
  • Fronius International GmbH (Österreich): Der Fronius Solhub ist eine schlüsselfertige Lösung zur Produktion, Speicherung und Nutzung von grünem Wasserstoff direkt beim Verbraucher. Mit dem Wasserstoff werden Brennstoffzell-Fahrzeugen betrieben. Bei Bedarf kann mit einer stationären Brennstoffzelle wieder Strom erzeugt werden. Auch die Wärme, die bei der Produktion und bei der Rückverstromung entsteht, kann direkt vor Ort genutzt werden.
  • Greentec Development GmbH (Österreich): Die Software-Lösung raicoon hat Greentec Development gemeinsam mit Forschungseinrichtungen entwickelt und bezeichnet sie als das weltweit erste autonome Betriebszentrum für erneuerbare Energien. Die Lösung setzt beim dezentralen und autonomen Betrieb von Erzeugungsanlagen auf künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen. Im Vergleich zu reinen Überwachungswerkzeugen fokussiert raicoon nicht die Visualisierung und Überwachung, sondern entscheidet auf Basis von Daten und Ereignissen (teil-) automatisiert über die Betriebsführung.
  • Maschinenfabrik Reinhausen GmbH (Deutschland): Der GRIDCON® HPC 150 ist eine neue Lösung zur effizienten Kopplung des Transport- und Energiesektors bei gleichzeitiger Entlastung des Verteilernetzes. Technisch gesehen handelt es sich um eine bidirektionale Schnellladestation mit einem Gleichrichter (AC/DC) und einem Gleichspannungswandler (DC/DC) mit galvanischer Trennung. Herzstück ist ein zusätzlicher Gleichstromanschluss für eine PV-Anlage oder für Batterien. GRIDCON® HPC 150 bildet einen Knoten, der die direkte Energieübertragung zwischen mehreren Gleichstrom-Geräten ohne Verwendung des Verteilungsnetzes ermöglicht: Dadurch wird die Anzahl der Umwandlungsprozesse reduziert, die Energieverluste sind geringer.
  • Next Kraftwerke GmbH (Deutschland): DieSoftware-as-a-Service-Lösung (SaaS) NEMOCS ermöglicht es Dritten, ein eigenes, virtuelles Kraftwerk (VPP) zu betreiben. NEMOCS kann Tausende von dezentralen Einheiten vernetzen, um deren Betrieb zu optimieren. Daten werden in Echtzeit verarbeitet, was beispielsweise die Erzeugungsprognose verbessert. Darüber hinaus gibt NEMOCS bei Bedarf Betriebsbefehle an eine Vielzahl vernetzter Einheiten aus, um auf Preis- oder Netzsignale zu reagieren.
  • Quantron AG (Deutschland): Die Augsburger Firma spezialisiert sich mit „Find your e-solution“ auf die Elektrifizierung von Nutzfahrzeugen. Sie ersetzt den Verbrennungsmotor von gebrauchten Nutzfahrzeugen durch einen elektrischen Antriebsstrang mit entsprechender Batteriekapazität. Die ausgebauten Komponenten der Verbrennungsmotoren werden als Ersatzteile genutzt. Mit diesem Ansatz beschleunigt das Unternehmen die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugsektors und trägt zu einer ressourceneffizienten Verkehrswende bei, indem die Nutzungsdauer der Komponenten verlängert und nicht verkürzt wird.
  • Shenzhen Growatt New Energy Technology Co., Ltd. (China): Mit den GroHome-Produkten ergänzt der Wechselrichterhersteller sein Portfolio um zahlreiche Smarthome-Komponenten, wie etwa intelligente Regler für die Klimaanlage, die Heizung oder die Warmwasserbereitung in Verbindung mit einer Solaranlage. Über eine App werden die Dienste so konfiguriert, dass der lokale Verbrauch der erzeugten Solarenergie optimiert wird. Das GroHome System ist modular erweiterbar.
  • SMA Solar Technology AG (Deutschland): Der SMA Power Plant Manager bietet eine kompakte und kosteneffiziente Lösung zur netzkonformen Betriebsführung und Überwachung von Solar- und Hybridkraftwerken. Er dient als zentrale Steuerungs- und Datenschnittstelle zur Anbindung von Batteriespeichern und Dieselgeneratoren an den Solarpark oder das Stromnetz. Dabei ermöglicht er umfangreiche Netzdienstleistungen wie Spannungs- und Frequenzregelung, die Bereitstellung von Primärregelleistung sowie einen Schwarzstart und die Resynchronisierung mit dem Netz nach einem Ausfall des Verbundnetzes.
  • Stadtwerke München GmbH (Deutschland): Mit den M-Solar Sonnenbausteine stellen die Stadtwerke München eine regionale Lösung für die Energiewende vor. Das Crowdfunding-Modell erlaubt Bürgern eine kleinteilige Beteiligung an PV-Anlagen und sorgt in Echtzeit für Transparenz bei den Erträgen. Mit M-Solar Sonnenbausteinen partizipieren Mieter und Wohnungseigentümern ohne eigenes Dach an der Energiewende. Ziel ist es, durch Investitionen bislang ungenutzte Flächen zu erschließen.

 

Bildquelle: © Solar Promotion GmbH

Weitere Informationen zu den Awards unter:

www.TheSmarterE-award.com
www.intersolar-award.com
www.ees-award.com