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Digitalisierung der Energiewirtschaft: Vom Versorger zum Vermittler

Die Energiewirtschaft wird in Zukunft dezentral, erneuerbar und digital sein. Der Wandel bringt neue Chancen für Energieversorger, wenn sie Dienstleistungen anbieten, die darüber hinausgehen, nur Strom zu verkaufen und abzurechnen. So haben erste Unternehmen bereits Verpachtungsmodelle für Photovoltaikanlagen entwickelt. Die kommunalen Energiedienstleister bauen Photovoltaikanlagen auf den Dächern ihrer Kunden, die das System mieten und den Solarstrom nutzen. Nicht verbrauchten Sonnensaft kauft das Stadtwerk.

Andere städtische Unternehmen kooperieren mit Wohnungsbaugesellschaften, um den Strom vom Dach an die Mieter darunter direkt zu verkaufen oder erweitern ihre Geschäftsfelder, indem sie solare Ladetankstellen betreiben oder Elektrofahrzeuge vermieten. Bei anderen Projekten verbinden Energieversorger lokale Blockheizkraftwerke und Photovoltaikanlagen mit einem dezentralen Quartierspeicher.

Digitalisierung und erneuerbare Energien verändern den Stromhandel und -vertrieb. Das neue Modell des Energieversorgers sieht in ihm nicht den Stromerzeuger, sondern denjenigen, der die Energie organisiert und verteilt. Energieversorger entwickeln sich zu Energiemittlern. So hat ein deutscher kommunaler Energieversorger bereits einen Handelsplatz für Ökostrom gestartet, auf dem die Transaktionen mit Blockchaintechnologie ausgeführt werden. Kunden können ihren Strom bei lokalen Ökostromanbietern erwerben und ihren Energiemix selbst zusammenstellen. Das Stadtwerk kümmert sich als Mittler zwischen Produzenten und Konsumenten um die Abrechnung.

Digitalisierung der Energiewirtschaft